SPC-Test

Der SPC (Statistische Prozesskontrolle)-Test bewertet durch die Analyse der Trends der Drehmoment- und Winkelwerte in Relation zu einem Satz von Kontrollgrenzen nach einer Reihe von Standardregeln, ob der Verschraubungsvorgang unter Kontrolle ist.

Bei einem SPC-Test wird eine vordefinierte Anzahl an Verschraubungen in Untergruppen erfasst, um den Durchschnitt jeder Untergruppe zu bestimmen. Der Trend der Durchschnittswerte wird dann analysiert, um sein Verhalten in Relation zu den festgelegten Grenzen zu überwachen und zu verifizieren, ob die SPC-Regeln erfüllt werden oder nicht.
Mit diesem Test kann ein Trend der Leistungsfähigkeit des Verschraubungsvorgangs erhalten werden, um bereits im Vorfeld kritische Abweichungen zu erkennen, die zur Herstellung fehlerhafter Verbindungen führen könnten.

SPC-Testgrenzen

OG

Obergrenze

UWG

Untere Warngrenze

OKG

Obere Kontrollgrenze

UKG

Untere Kontrollgrenze

OWG

Obere Warngrenze

UG

Unterer Grenzwert

Z

Ziel (nominell)

Die Obergrenze (OG) und Untergrenze (UG) sind die Grenzen, die der Nutzer für den Test konfiguriert.

Die anderen SPC-Grenzwerte werden wie folgt berechnet:

Obere Kontrollgrenze = ((UL + LL) / 2) + (A · ((UL-LL) / 6))

Untere Kontrollgrenze = ((UL + LL) / 2)-(A · ((UL-LL) / 6))

Obere Warngrenze = ((UL + LL) / 2) + (2/3 · (UCL - ((UL + LL) / 2)))

Untere Warngrenze = ((UL + LL) / 2)-(2/3 · (((UL + LL) / 2)-LCL))

Bereich = D2 · ((UL-LL) / 6)

In diesen Formeln sind A und D2 Koeffizienten, die abhängig von der Anzahl an durchgeführten SPC-Tests sind:

Anzahl der SPC-Prüfungen

A

D2

1

0,000

0,000

2

2,121

3,686

3

1,732

4,358

4

1,500

4,698

5

1,342

4,918

6

1,225

5,078

7

1,134

5,204

8

1,061

5,306

9

1,000

5,393

10

0,949

5,469

11

0,905

5,535

12

0,866

5,594

13

0,832

5,647

14

0,802

5,696

15

0,775

5,741

16

0,750

5,782

17

0,728

5,820

18

0,707

5,856

19

0,688

5,891

20

0,671

5,921

21

0,655

5,951

22

0,640

5,979

23

0,626

6,006

24

0,612

6,031

25

0,600

6,056

SPC-Testregeln

Die folgenden Regeln werden auf den letzten Satz der während eines einzelnen SPC-Tests erfassten Stichproben angewendet.

  • REGEL 1 – Überprüfen, ob der letzte Durchschnittswert außerhalb der Kontrollgrenzen liegt

Diagnose: Der Durchschnitt liegt höher als die obere Kontrollgrenze, überschreitet aber nicht die obere Toleranzgrenze.

Diagnose: Der Durchschnitt liegt niedriger als die untere Kontrollgrenze, unterschreitet aber nicht die untere Toleranzgrenze.

  • REGEL 6 – Überprüfen, ob die Streuung zu groß ist

Die Streuung gilt als zu hoch, wenn der Unterschied zwischen dem Höchst- und Mindestwert größer ist als der Bereich (siehe Bereichsformel weiter oben).

Diagnose: Die übermäßige Streuung der Werte verhindert die ordnungsgemäße Kalibrierung des Werkzeugs, aber die gemessenen Werte liegen noch innerhalb der Toleranzgrenzen.

Diagnose: Einige Messwerte liegen außerhalb der Toleranzgrenzen. Eine übermäßige Streuung der Werte verhindert die ordnungsgemäße Kalibrierung des Werkzeugs.

  • REGEL 7 – Überprüfen, ob mindestens ein Wert außerhalb der Toleranzgrenzen liegt

Diagnose: Mindestens ein Wert ist höher als die obere Toleranzgrenze.

Diagnose: Mindestens ein Wert ist niedriger als die untere Toleranzgrenze.

  • REGEL 8 – Überprüfen, ob die Streuung die Warngrenzen überschreitet

Diagnose: Die Streuung überschreitet die Warngrenzen und mindestens ein Wert liegt außerhalb der Toleranzgrenzen.

Diagnose: Die Streuung überschreitet die Warngrenzen, die Werte liegen jedoch innerhalb der Toleranzgrenzen.

Die folgenden Regeln werden auf die letzten Durchschnittswerte des Satzes der während eines SPC-Tests erfassten Stichproben angewendet.
Das Gerät speichert die letzten sieben Durchschnittswerte, um den Trend nach den folgenden Regeln zu analysieren:

  • REGEL 3 – Überprüfen, ob die letzten 7 Durchschnittswerte über oder unter dem Nennwert liegen

Diagnose: Die Durchschnittswerte liegen höher als der Zielwert, überschreiten aber nicht die obere Toleranzgrenze.

Diagnose: Die Durchschnittswerte liegen niedriger als der Zielwert, überschreiten aber nicht die untere Toleranzgrenze.

  • REGEL 4 – Überprüfen, ob die letzten 7 Durchschnittswerte ansteigen oder abfallen

Diagnose: Die Durchschnittswerte liegen höher als der Zielwert, unterschreiten aber nicht die obere Toleranzgrenze.

Diagnose: Die Durchschnittswerte liegen niedriger als der Zielwert, überschreiten aber nicht die untere Toleranzgrenze.

  • REGEL 5 – Überprüfen, ob die letzten 2 Durchschnittswerte außerhalb der Warngrenzen liegen

Diagnose: Die Durchschnittswerte liegen höher als die obere Warngrenze, überschreiten aber nicht die obere Toleranzgrenze.

Diagnose: Die Durchschnittswerte liegen niedriger als die untere Warngrenze, unterschreiten aber nicht die untere Toleranzgrenze.

  • REGEL 2 – Überprüfen, ob die letzten 4 Durchschnittswerte außerhalb von 1/3 der Kontrollgrenzen liegen

Diagnose: Die Durchschnittswerte liegen höher als 1/3 der oberen Warngrenze, überschreiten aber nicht die obere Toleranzgrenze.

Diagnose: Die Durchschnittswerte liegen niedriger als 1/3 der unteren Warngrenze, unterschreiten aber nicht die untere Toleranzgrenze.